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Winterspielplatz

Statt Schmuddelwetter - über 1500 Kinder spielten in unserer Gemeinde

Ja, tatsächlich hatten wir an 35 Winterspielplatz-Tagen insgesamt 1548 Kinder und 1350 Erwachsene zu Besuch. Natürlich sind dabei etliche „Stammgäste“ vertreten, die fast jeden der Termine – immer am Donnerstag- und Freitagnachmittag von November 2012 bis Ende März diesen Jahres – wahrnahmen. Im Durchschnitt hatten wir in den vergangenen Monaten an jedem Winterspielplatz-Nachmittag also 80 -90 Gäste in unserem Gemeinderestaurant. Damit ihr, auch ohne einen persönlichen Besuch, noch etwas mehr vom Winterpielplatz-Gefühlmitnehmen könnt, möchte ich euch an dieser Stelle Vorbereitungen und Ablauf eines Winterspielplatzes näher bringen. 

Die verwendeten Namen stehen dabei exemplarisch für insgesamt über 20 MitarbeiterInnen und HelferInnen. Manche kennt ihr bestimmt, manche vielleicht – fragt sie doch einfach mal nach ihren Erlebnissen beim Winterspielplatz.

Es ist Mittwoch-Abend, nach einem anstrengenden Arbeitstag treffen sich Judith und Friso in der Gemeinde. Anstatt vor dem Fernseher zu entspannen, räumen sie mit hochgekrempelten Ärmeln zwei Drittel der Tische und Stühle des Gemeinderestaurants in angrenzende Räume und Gänge. Denn auch sie wissen, dass es nicht dem Naturell eines Kindes von 0-5 Jahren entspricht an einem Tisch still zu sitzen. Kinder brauchen Raum.

Raum zum krabbeln, rennen, bauen, fangen, verstecken, rutschen, kuscheln, vorlesen lassen, träumen und toben. Am Donnerstag gegen 14 Uhr füllen Daggi und Nicole die Leere des Restaurants mit den entsprechenden Möbeln und Spielgeräten, die den Raum so strukturieren, dass unsere kleinen Besucher das eben Genannte alles tun können. Mittlerweile wurde auch der Kaffeeautomat vorgeheizt und Brezeln gebacken. Marion ist gekommen und besetzt den Empfangstresen um alle Besucher herzlich willkommen zu heißen und jedem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Es ist 15 Uhr und die ersten Kinderwagen bahnen sich ihren Weg durch die Eingangstür. Leicht unsichere 2 Jährige bezahlen ihr Eintrittsgeld und versuchen erste Blicke auf die Spielgeräte zu erhaschen. Beim leidigen Ausziehen der Schneeanzüge, Schuhe und Mützen beginnen die Augen unserer kleinen Besucher mehr und mehr zu leuchten. Denn sie haben bereits ihr Lieblings-Bobbycar entdeckt, mit dem sie jeden Moment losflitzen wollen. Aus der Küche duftet es herrlich nach frisch gebackenem Apfelstrudel, den Helga gerade aus dem Ofen zieht, dazu gibt es Vanillesoße – lecker! Nach und nach füllt sich das Gemeinderestaurant mit vielen kleinen und großen Gästen. Gegen 16.30 Uhr sind 63 Kinder mit ihren Begleitungen anwesend, der Lautstärkepegel gibt das entsprechend wieder. Vor dem Kaffeeautomaten hat sich eine kleine Schlange von Erwachsenen gebildet, deren Kinder am Verkaufstisch bei Anne und Tatjana nach Brezeln anstehen. Hinter ihnen fahren die älteren Kinder ein Rennen mit Roller und Rutschautos. Gleich daneben werden Paläste aus riesigen Schaumstoff-Bausteinen gefertigt. 
Dennoch gibt es zwischen allem Gewusel Ruhepole. Dort spielt ein Junge völlig vertieft mit der Holzeisenbahn, hier liest eine Oma - ihren Enkel auf dem Schoß - aus einem Bilderbuch vor. An einem Tisch sitzt eine Mama, deren Kinder schon ganz selbständig Puppenwagen ausfahren, und lacht über einen Zeitschriftenartikel, während sie den frischen heißen Kaffee genießt. Bis auf ein paar Tränen und Streitigkeiten sieht man vor allem die Freude am Spiel aus Kinderaugen blitzen. Und auch Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten sehen so aus, als ob sie sich hier sehr wohl fühlen.

Nun ist es 17.30 Uhr und die Geräusche von ausgelassenem Jauchzen wandeln sich allmählich in Weinen und Widerwillen – jetzt schon gehen? Die Eltern leisten höchste Überzeugungsarbeit und für die Kleinen ist eigentlich schon klar, dass es jetzt nach Hause geht. Wie gut, dass man dann noch ganz unbedingt beim Aufräumen helfen kann – eine sehr gute Strategie, denn sie geht auf. Mama und Papa völlig baff, dass ihr Kind tatsächlich aufräumen kann und es auch noch aus eigenem Antrieb möchte, dürfen dieses zarte Pflänzchen natürlich nicht im Keime ersticken und packen selbst auch gleich noch mit an. So können sie sich ganz nebenbei noch den Slalom zwischen unzähligen Kinderwagen hindurch zum eigenen Gefährt ersparen. In der Küche verlassen Kaffetassen und Kuchenteller die Spülmaschine um Platz für den nächsten Schwung Geschirr zu machen. Leider nicht ganz von allein, Nicole packt hier selbstverständlich zu Daggi und Janina koordinieren und motivieren rund 20 Kinder beim aufräumen der Spielsachen und unterbinden das weitere Spielen an den Geräten, die sich bereits im Lager befinden. Draußen saugt Simon bereits mit dem größten Staubsauger des Hauses alle verteilten Kuchen-, Keks- und Brezelkrümel vom Teppich, während sich Benno mit dem kleinen Staubsauger den Verzehrresten unter den Tischen widmet. Dieter fährt die ersten Stuhlstapel zurück ins Restaurant, die anschließend um die Tische gestellt werden, die von Co(nny) und einem weiteren Simon an ihren Platz zurückgetragen wurden. 18.00 Uhr, die Lichter gehen aus – endlich Stille. Und doch scheint es so, als wäre ein kleines Bisschen Kinderlachen in der Luft zurück geblieben.

Also dann – bis im November!

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